„FM braucht Disziplin, Engagement, Schaffensfreude und Wachsamkeit“

Was sind Anforderungen an einen Facility Manager? Worauf ist in der Ausbildung zu achten? Und wie steht es um das Image? Branchenpersönlichkeit Prof. Björn-Martin Kurzrock redet Klartext über den Beruf Facility Manager. Die Antworten sind ein Auszug aus dem Special „Job + Karriere 2018“ der Fachzeitschrift „Der Facility Manager“.

Welche Persönlichkeitsmerkmale sollte ein Facility Manager mitbringen?

Teamfähigkeit spielt eine wichtige Rolle im Facility Management. Bild: blobbotronic /stock.adobe.com

„Neben Fachkompetenzen im betriebswirtschaftlichen und technischen Bereich sind Methoden- und Sozialkompetenzen wie analytisches und ganzheitliches Denken, Eigeninitiative, Kommunikations- und Teamfähigkeit Merkmale für erfolgreiche Facility Manager. Wichtig dazu sind, wie in allen Berufen, Disziplin, Engagement und Schaffensfreude, außerdem Wachsamkeit auch für manchmal subtile Anforderungen von Auftraggebern und Flächennutzern.“

Frau oder Mann – macht das dabei einen Unterschied?

Nicht das Geschlecht, sondern die eigene Persönlichkeit zählt. Bild: fotomek /stock.adobe.com

„Je nach Aufgabe natürlich ja. Im Endeffekt kommt es aber vor allem auf die Persönlichkeit und das Wesen jedes Einzelnen – ob männlich oder weiblich – an.“

Worauf ist bei der Auswahl der Ausbildungsstätte besonders zu achten?

Information ist alles – auch bei der Suche nach der Ausbildungsstätte. Bild: hanack /stock.adobe.com

„Dabei spielen viele Faktoren mit: zunächst einmal die persönlichen Interessen, Mobilität und Motivation. Neben der Qualität in der Lehre sind natürlich Studieninhalte und Wahlmöglichkeiten im Curriculum wesentlich, die unterschiedlich ausgeprägt sein können. Ich würde auch auf den Kontakt und die Nähe zu Mitstudierenden und Professoren achten. Um den richtigen Studienort zu finden, sind Recherchen auf den Internetseiten der Studiengänge, auf Social-Media-Seiten und in Bewertungsportalen wie studycheck.de hilfreich, oder auch eine Studienberatung, wie sie alle Hochschulen anbieten.“

Der Nachwuchsmangel verschärft auch den Wettbewerb der Ausbildungsstätten. Was ist das Hauptargument, das für Ihre Hochschule spricht?

Die TUK ist die einzige Universität in Deutschland mit einem Studiengang FM. Bild: kasto /stock.adobe.com

„Die TUK ist die einzige Universität in Deutschland mit einem Studiengang Facility Management. Den B.Sc. FM gibt es bereits seit mehr als zehn Jahren. Vom B.Sc. über den M.Sc. bis zu einer Promotion sind alle Stufen an der TUK möglich. Im M.Sc. FM ist außerdem ein Auslandssemester fester Bestandteil.“

Was muss die Ausbildung vorrangig vermitteln?

Persönlichkeits-Entwicklung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. Bild: designer491 /stock.adobe.com

„Ein gutes Bachelorstudium vermittelt solide Grundlagen mit betriebswirtschaftlichen und technischen Qualifikationen. Das Masterstudium soll die Studierenden unterstützen, ihre Expertise in einem speziellen, individuell gewählten Bereich des FM zu stärken und weiter zu vertiefen. Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist wie zuvor die Persönlichkeitsentwicklung.“

Wie beraten Sie Interessenten: Was spricht für den Bachelor, was für den Master?

„Die Bachelor-Absolventen erhalten momentan bereits so gute Angebote, dass viele M.Sc. Kandidaten direkt in den Beruf einsteigen. Das ist auch in Ordnung. Dennoch: Ein Master ist eine Investition, die sich meiner Ansicht nach immer auszahlt. Jedenfalls für überdurchschnittlich ambitionierte Nachwuchs- und Führungskräfte. Der kann auch zu einem späteren Zeitpunkt absolviert werden, wenn die Bereitschaft und die Möglichkeit dazu da sind.“

Woran mangelt es bei Berufsanfängern im FM in der Regel?

Die Spezialisierung in einem bestimmten Bereich fördert den beruflichen Aufstieg. Bild: fotomek /stock.adobe.com

„Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Bachelorabsolventen den Berufseinstieg erfolgreich meistern. Unternehmen bevorzugen Absolventen mit einem breiten allgemeinen Fachwissen, die sich darüber hinaus in einem bestimmten Bereich spezialisiert haben. Das geht mit der Wahl von passenden Praktika oder Werkstudierendentätigkeiten, Wahlfächern, Studienprojekten und Abschlussarbeiten schon im Bachelorstudium. Ein richtig tiefes Spezialwissen erlangen viele jedoch erst im Masterstudium. Generell gilt: Das Studium ist eine Einladung zum Aufstieg, der die Studierenden möglichst folgen.“

Wie weit sind wir mit der Imageverbesserung des Facility Managers vom Hausmeister zum hochqualifizierten Immobilienbewirtschafter?

„Da gibt es erfreuliche Fortschritte. Viele bemerken, dass Facility Manager ein besonderes Spektrum abdecken. Das wird in der Bau- und Immobilienwirtschaft und darüber hinaus immer mehr geschätzt. Gebäude werden schließlich immer prägender und auch technisch interessanter.“

Was tut primär Not, um mit der Imagesteigerung weiter zu kommen?

Das Image des FM macht erfreuliche Fortschritte. Bild: fotomek /stock.adobe.co

„Gelassenheit und Souveränität. Die probieren wir in unseren Studierenden zu wecken. Ich würde den Fokus in der Außendarstellung stärker auf Kompetenz, Interdisziplinarität und Verantwortung legen.“

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